Die Mühlen zu Hunolstein

In Hunolstein gab es früher drei Mühlen. Es war dies die Altmühle, in der Nähe der heutigen Reinhardsmühle gelegen, die heutige Schülersmühle und die Reinhardsmühle.





Die Schülersmühle

Im Drohnbachtal zu Hunolstein befindet sich die Schülersmühle. Sie trägt ihren heutigen Namen nach den ehemaligen Besitzern, der Familie Schüler. Mitglieder dieser Familie leben heute noch im Ort Hunolstein. Einen ersten Hinweis auf eine Mühle zu Hunolstein findet sich im Toepfer Urkundenbuch der Vögte von Hunolstein. Im Jahre 1264 überläßt Heinrich Graf von Salm dem Vogt Johann von Hunolstein eine Mühle, ein Haus und Wiesen zum Lehen. Die Mühlen zu Hunolstein waren erzstiftisches Lehen und wurden von den jeweiligen Grafen respektive Vögten verwaltet. Im Jahre 1398 verkauft Nicolaus Vogt und Herr zu Hunolstein dem Erzbischof Werner von Trier die Hälfte seiner Herrschaft Hunolstein. "Die Mühle zu Hunolstein halb. " Im Jahre 1448 wurde der Erzbischof von Baden Grundherr, da ihm die Vogtei Hunolstein durch Aussterben der Stammlinie der Vögte von Hunolstein zurückfiel. Im daraufhin gebildeten Amt Hunolstein waren diese herrschaftlichen Mühlen gegen eine genau festgelegte Gebühr verpachtet und hatten ein festgelegtes Einzugsgebiet. Im Jahre 1508 übergibt Jakob, Erzbischof von Trier, Schloß und Amt Hunolstein mit aller Zugehörung (also auch die Mühle) dem Salentin Herrn zu Isenburg und Neumagen. Dieser Salentin von Isenburg läßt unter anderem auch im Jahre 1523 die Mühle reparieren.

Einen weiteren urkundlichen Hinweis auf die Schülersmühle findet sich in der Beschreibung des Amtes Hunolstein (Auszug aus dem Oberamt Bernkastel): "Jene grad unter dem Schlo§ im Hunolsteiner Tal" Laut Urkataster war im Jahre 1851 Schüler Johann et. cons. Eigentümer der Mühle. Im Jahre 1861 finden wir Johann Schüler als alleinigen Besitzer. Laut Eintragung der Flurstücksnummer müssen auch 1861 Umbauten stattgefunden haben, da dieselbe in 616/41 und 615/38 geändert wurde . Als Nebengebäude war eine …lmühle vorhanden, in der Raps zwischen schweren Mahlsteinen kalt gepreßt wurde. Dies Arbeit führte noch Johann Schüler aus. Über dem Eingang des Mühlengebäudes befindet sich ein Sandstein mit der Jahreszahl 1796. Die Schülersmühle wurde im Jahre 1967 von Katharina Schüler verkauft. Katharina Schüler war verheiratet mit Peter Schüler, der die Mühle bis 1956 betrieb. Dessen Eltern waren Johann und Elisabeth Schüler. An beide erinnert ein Glasfenster Hl. Agnes in der Pfarrkirche zu Hunolstein. Die Familie Schüler stammt jedoch nicht aus Hunolstein, sondern Mittelreidenbach bei Kirn an der Nahe. Heute wird in der Mühle eine Musikwerkstatt von Heike Salzburg betrieben.






Die Reinhardmühle

Einen ersten Hinweis auf die "Mathysmulen" findet man im Toepfer. In einer Urkunde aus dem Jahre 1396 schließt Else von Baumburg einen Sühnevertrag ab. Im Wortlaut heißt es: "Ebenso die Wiesen und Felder, die zur 'Mathysenmulen' gehörig sind, die sind allemal mein, und die Gärten darselbst." In einem weiteren Vertrag aus dem Jahre 1398 verkauft Nicolaus Vogt und Herr zu Hunolstein dem Erzbischof Werner von Trier die Hälfte seiner Herrschaft Hunolstein. "Ein viertel an den Wiesen und an den Feldern die zur Mathysmulen gehörig sind. Am 23. September 1398 gelobt Nikolaus Vogt und Herr zu Hunolstein dem Erzbischof Werner von Trier den Burgfrieden zu halten und das "Bis an Mathys Müle" Im Toepfer UKB. Band I/25 als molendinum iuxtra Hunoltzstein, die Mühle nahe bei Hunolstein 1659 Die Mahlmühle, deren Erbbestand an den Müller Kling, genannt ein Maternus Kling. Maternus Kling hatte zwei Töchter, von denen eine mit Nikolaus Klein verheiratet war. Nach dem Tode des Ehemannes Nikolaus Klein, heiratete sie Nikolaus Stuber, aus dieser Ehe gingen drei Töchter hervor. Eine der Töchter heiratete Leonard Rösseler. 1709 Nikolaus Stuber (+ Anfang Juni 1709) Auszug: "Also wollte ich Nikolaus Stuber meinen Tochtermann Leonhard Rösseler, die gemeldete Kurfürstliche Mühle übertragen." In einer Urkunde vom 13. Mai 1659 heißt es u. a.: "Wir Carl Caspar von Gottes Gnaden ... 22. Mai 1775 ... Leonard Rösseler" 1746 Leonard Rösseler Müller und Gerichtsschöffe 1773 Die Errichtung einer …hl- und Walkmühle zu Hunolstein durch den Bannmüller Röseler. 1778 Georg Magnus Nogt Niclaßen Rößeler Churfürstlicher Bann-Müller bis 1786 Niclaus Rösseler. Ab 18. Dezember 1786 Mathäus Rösseler, da an diesem Tage Kurfürst Clemens Wenzelaus dem Müller Mathäus Rösseler, seines Zeichens Bannmühler, die Bannmühle zu den gleichen Konditionen wie seinem Vater, das Objekt pfandweise überläßt. Anm. Ki. Buch ein 83-jähriger Greis, namens Jos. Petri von Hunolstein, der vor 40-50 p. Jahren auf der Altmühle, die in der Nähe der Neumühle gelegen ist, verheiratet war. 1788 Akt über die Erbauung und Erbbestandsbegehung einer zweiten Mühle an der Matheiser Brücke. Dieses ist das Erbauungsjahr der heutigen Reinharts-Mühle. Im Jahre 1867 wird in einer Kommentierung zu einer Urkunde die "Mathys Müle" als "Thewes-Resel-" oder "Neumühle" bezeichnet. Im Hunolsteiner Kirchenbuch findet die Mühle auch mehrmals Erwähnung. Ki. Buch S. 179 Betr. Mühlen: Hunolstein Weiperath Odert 5 Mühlen 11 Fam. 38 Kommunikanten 65 Vasallen Darüber hinaus befinden sich im Landeshauptarchiv Koblenz Akten der Mühlen zu Hunolstein. Darin werden unter anderem genannt: Graf Felix von Hunolstein kaufte im Jahre 1826 die Mühle, jetzt Reinhards-Mühle genannt, die zur Burg gehörte. Hof, Burg und Mühle wurden damals 1826 auf 78. 000 Mark veranschlagt. Von 1898 wurde die Mühle von Peter Reinhard, der aus Dhrönchen stammte, betrieben. Er erwarb die Mühle von Nachfahren der Vögte von Hunolstein. Die Mühle stellte ihren Betrieb 1956 ein und wurde 1980 von der Familie Reinhard verkauft.

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