Der Hunolsteiner Hof




Der Hunolsteiner Hof liegt ungefähr zwei Kilometer südwestlich vom Ort entfernt. Zu der Burg Hunolstein gehörte seit altersher unter anderem der Hunolsteiner Hof, ein Bauerngut mit umfangreichen Land- und Wiesenbesitz. Mertens schreibt in seinen Beilagen: "Die ersten Vögte sollen nicht auf der Burg, sondern zuerst auf dem Hofe gesessen haben." Mertens erhielt diese Notitz am 29. April 1893 von einem Vogt von Hunolstein. Mertens schreibt auf Seite 573: "In Hunolstein besaßen die Vögte zuerst den Hof und als Burgmänner beziehungsweise Burgvögte ihren Sitz in der Burg. Innerhalb der Burg ein Haus mit zugehörigen Gärten, Wiesen und Äckern." Erstmals 1276, deutlicher 1294 und zwar als Lehen der Grafschaft Nierder-Salm genannt. Von 1276 an im Besitze der Vögte von Hunolstein Toepfer I.Seite 39. Mehrfach soll das Gebäude abgebrannt sein. Letzmalig 1906 laut Angabe der Kunstdenkmäler der RP. Vorher im Jahre 1896, da bis zu diesem Zeitpunkt die Grafen von Hunolstein noch eine Wohnung dort hatten. Von 1487-1794 war er im Besitz der Kurfürsten von Trier. Mertens schreibt Seite 193 Johann Schweikart am 25. August 1592 an den Kurfürsten Erzbischof Johann VII: "Den von Vogt Johann V. 1488 und 1494 an Friedrich Schwann von Cochem auf Wiedereinlösung verkauften "grundeigenen Hof" zu Hunolstein. unter anderem ist ihre Bitte den Hof einzulösen zu dürfen, dernachmals mit dem im anhaltetenden Rückkaufrechte der Vögte an Matthias von Nettenheim gekommen, aber der Schulden halber die selbiger an des Erzbischof Vörgänger Jakob III gehabt, sondern diesem eingezogen sei. In der Napoleonszeit wurde er französiches Staatseigentum und später veräußert. Nachdem er 1814 in preußischen Staatsbesitz gekommen war. Nach seiner Versteigerung kaufte ihn ein Josef Hayn aus Trier. Von diesem kaufte im Jahre 1826 Graf Felix von Hunolstein nebst der Burgruine und Mühle zurück. Die Grafen ließen den Hof durch einen Verwalter bewirtschaften. Gerhard Schmelzeisen aus Altrich Hellen Broisch. Matthias Graf aus Weiperrath hatte ihn bis 1930. Danach wurde er von Peter Binz bewirtschaftet. Durch Erbschaft kam der Hof nach dem Tode von Graf Felix an dessen Sohn Ludwig Maria Paul der am 22. Juni 1804 geboren wurde und in erster Ehe mit Helene du Bouchet de Sourches verheiratet war, in zweiter Ehe mit Antoinette Marie de Bassompierre. Er selbst verstarb 1892. Durch Erbschaft ging der Hof nun an seinen Sohn Graf Ludwig Maria Paul von Hunolstein, der 1804 geboren und 1892 verstarb. Von diesem erhielt der Sohn Graf Felix Johann Anton (1832-1906) von Hunolstein den Hof. Sein Sohn Graf Edouard Marie Felix, der 1861 geboren wurde, erhielt wiederum duch Erbschaft den Hof. Graf Eddouard Marie Felix wohnte in Paris 7e Rue de Grenelle 135. Der Graf hatte einen Sohn der jedoch schon 1918 starb deshalb gelangte der Hof an die Tochter Gräfin A.M. Helene, die 1896 geboren wurde und 1925 Louis M. Ed. Francois Comte de Dreux-Breze heiratete. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: Henriette geb.1926, Antonie. ? Die Tochter Henriette heiratete Herve Jousseaume de la Bretesche. Sie wohnt heute in Exlimeux-Blangy sur Ternoise-Pas de Calais. Im Jahre 1964 kauften ihn Hermann und Ursula Binz. Seit 1992 gehört der Hunolsteiner Hof Jochen Binz. Laut dem Urkataster von Hunolstein muß ein Vorgängerbau bestanden haben, da der heutige Hof nicht an der Stelle des ursprünglichen stand. Vom Giebel des Baues ist ein reiches Wappenschild aus Sandstein vorhanden. Darunter die Initialen P.G. (Paul Gumsheimer, Bildhauer in Trier). In der zweiten Urkunde verkauft: "Nicolaus der ältere Vogt von Hunolstein mit Bewilligung seiner Gemahlin Beatrix und seiner Söhne Nicolaus, Johann uns Nikolaus seinem Brudersohn Johann die Hälfte der Güter, die dessen seligem Vater Johann und seine Gemahlin Christine vom Grafen von Salm auf Lebzeiten verliehen sind." Diese Urkunde ist datiert auf den 10 August 1294. Darin "curiam apud Hunoltstein". 1487 wurde er wie die Burg von Erzbischof Johann von Baden II als heimgefallenes Mannlehen eingezogen. Am 25 August 1592 schreiben die Brüder Johann Schweikart, Wilhelm und Hans Adam Vögte von Hunolstein, die in Merxheim an der Nahe lebten den Erzbischof von Trier an, um Forderungen an das Erzstift geltend zu machen. In diesem Schreiben finden sich u.a. auch Forderungen betreffend des Hunolsteiner Hofes: Übersetzung in der heutigen Sprachform: "Zum dritten erlauben wir uns untertänigst sie wissen zulassen, das in der Vogtei Hunolstein der von Johann Vogt zu Hunolstein grundeigener Hof zu Hunolstein gelegen von diesem an Friedrich Schwanen der verstorben ist mit gleicher Caution an Mathisen von Netenheim gekommen ist, der aber wegen Überschuldung diesen Hof von Ihnen eingezogen wurde. Deswegen, bitten wir Sie, uns unseren Hof wieder zu kommen zu lassen und die Einlösung untertänigst zu gestatten." Er blieb bis zum Jahre 1794 im Besitze des Kurfürsten von Trier. Der ganzen alten Herrlichkeit wurde durch die Französische Revolution schließlich um 1800 ein vollständiges Ende bereitet. Da der Hof kirchlicher Besitz war, wurde er sekularisiert, d.h. enteignet, und wurde somit französisches Staatseigentum. Als solcher wurde er zu einem Spottpreis veräußert und von Mathias Josef Hayn aus Trier erworben. Von diesem kaufte im Jahre 1826 Graf Felix von Hunolstein für 78.000 Mark den Hof, Burg sowie die heutige Reinhardsmühle zurück und machte daraus ein Stamm- und Familiengut. Durch Erbschaft kam der Hof nach dem Tode von Graf Felix an dessen Sohn Ludwig Maria Paul, der am 22. Juni 1804 geboren wurde und in erster Ehe mit Helene du Bouchet de Sourches verheiratet war. Eine zweite Ehe ging er mit Antoinette Marie de Bassompierre ein. und verstarb selbst 1892. Durch Erbschaft ging der Hof nun an seinen Sohn Graf Ludwig Maria Paul von Hunolstein, der 1804 geboren wurde und 1892 verstarb. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: * Henriette wurde 1926 geboren und heiratete 1952 Harve Jousseaume comtes de la Bretesche. * Antoin wurde 1928 geboren. Er heiratete 1950 Gelche d´Haxcourt. Aus dieser Ehe gingen die beiden Kinder Laure (* 1951) und Diane (* 1954) * Pierre wurde 1932 geboren und starb 1958. Der Hof brennt Eine Katastrophe ereignete sich in den frühen Oktobertagen des Jahres 1986. Von einem Großbrand berichten die Erzählungen des Lehrers Johann Biehl, der in seinen "Mitteilungen über Hunolstein" der Nachwelt folgendes zum Geschehen festhielt: "Heute Montag, den 5. Oktober 1896 brach im linken Flügel des Hunolsteiner Hofes Feuer aus. Auf welche Weise der Brand entstanden ist, konnte nicht festgestellt werden. Gegen 8.30 Uhr des Abends kamen etliche junge Leute mit der Bitte doch schnell zu läuten; denn der Hof stehe in Flammen. Sofort wurde das Feuerzeichen gegeben und es strömten nun die Einwohner der umliegenden Ortschaften nach dem Brandplatze. Wäre eine Spritze, (aber keine wie sie in den hiesigen Gegenden zu haben ist,) zur Stelle gewesen, dann wäre sowohl das Wohnhaus sowie der rechte Flügel gerettet worden. So mußte man sich zufrieden geben, daß wenigstens die Möbel und das Vieh in eine sichere Zufluchtstätte gebracht werden konnten. Nach Verlauf zweier Stunden kam dann eine armselige Spritze, die leider den Namen Feuerlöschapparat nur dem Aussehen nach verdient. Sofort wurde sie mit Wasser gefüllt; aber o Elend! Das Wasser kam durch alle Löchelchen ins Freie, nur nicht ins Haus; denn die Spritze sowohl wie die Schläuche waren undicht und die Wassereimer hielten kein Wasser. Und das größte Übel bei einem Brande hier zu Lande ist, daß gleich das Wasser alle ist. Es wurde dann kurze Zeit mit der Spritze gearbeitet, und man gab dann dem Feuer ruhig seinen Lauf. Es ist also gar kein Wunder zu nehmen, daß das schöne, erst 48 Jahre alte Gebäude bis auf die Mauern niedergebrannt ist. Nur vom Wohnhaus blieben etliche Zimmer verschont." Gauershof Einen ersten Hinweis auf den Gauershof finden wir im Töpfer Urkundenbuch. In einem Vertrag aus dem Jahre 1398 verkauft Nicolaus Vogt und Herr zu Hunolstein dem Erzbischof Werner von Trier die Hälfte seiner Herrschaft Hunolstein. In diesem Schriftstück ist die Rede von "Gauwershoff" An den Gauershof und die oberhalb dessen gestandene Linde erinnern die zwischen Hunolstein und nach dem Schallesbach abfallenden Bocksberg vorkommenden Flurnamen: Gauersseifen, bei Gauerseifen, Lindensoden, auf der Linden. Ein Junker Johann Gauwer von Birkenfeld, dessen Familie wahrscheinlich diesen Hof in Pacht hatte, kommt vor Nr.135 und 172.

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